Kaktus bzw. Kakteen umtopfen

Vorbeugen von Schmerzen
Für den Menschen kann das Umtopfen von Kakteen, je nachdem wie viel Dornen der Kaktus hat, sehr schmerzhaft werden. Daher wird empfohlen den Pflanzenkörper relativ dick mit Schaumgummi zu umwickeln, damit man ihn dann gut anpacken kann. Etwas schwerer  wird es allerdings bei den Kakteen mit Hakenstacheln: Hier ist der Schaumgummi-Tipp nicht möglich, weil die Stacheln darin hängenbleiben. Deshalb sollte man diese Pflanzen mit Papier von einer Küchenrolle anpacken. Auch eine vorteilhafte Möglichkeit für Säulenkakteen bieten die gepolsterten Reagenzglaszangen, welche es in jedem Laborhandel gibt.

Nun zum eigentlich Umtopfen von Kakteen:
Wenn man den Pflanzenkörper in der Hand hält, löst man ihn vorsichtig aus dem Topf. Dies geht am einfachsten, wenn die Erde trocken ist. Falls der Kaktus zwischen vielen Artgenossen eingepflanzt sein wollte, ist es auch möglich die Erde mit einer Fleischgabel lockern und danach die Wurzeln freilegen. Ist der Kaktus dann ausgetopft, entfernen man zuerst die abgestorbene Wurzeln (hohle, korkige und verrottete Stücke) und kontrolliert sie auf Befall mit Schädlingen. Wollige weiße Gespinste und Knötchen im Wurzelbereich weisen auf Wurzelläuse hin. Wenn das der Fall sein sollte, muss man noch vor dem Eintopfen die Schädlinge bekämpfen.
In das neue Pflanzengefäß kommt als unterste Schicht eine 2-3 cm dicke Drainageschicht aus Basaltsplit. Der Basaltsplit wird bei Pflasterarbeiten im Straßen und Wegebau verwendet, und eignet sich optimal für Kakteen. Eine Drainageschicht wird empfohlen, weil sie die Kakteenwurzeln vor Staunässe schützt und der Kaktus wird ebenso vor unüberlegtem Gießen unempfindlicher. In diesen Topf kommt  dann der Kaktus. Danach muss man den Freiraum mit frischer Erde auffüllen. Dabei müssen die Wurzeln schön nach unten hängen. Sollten sie zu lang sein werden diese vorher  noch ein Stück gekürzt. Allerdings muss bei rübenartigen Wurzeln aufgepasst werden, denn diese dürfen auf keinen Fall gekürzt oder beschädigt werden. Falls dies dennoch aus Versehen passieren sollte, topft man den Kaktus nicht sofort ein. Man kann dann die beschädigten Stellen mit Holzkohlepulver desinfizieren und die Kakteen zum Abtrocknen der Wundstelle an einen kühlen und schattigen Ort legen. Das schadet dem Kaktus gar nicht. Wenn man gleich Eintopfen würde, führe das unweigerlich zu einer Fäulnis.
Wenn die Pflanze dann eingetopft ist und die Erde sich durch schütteln und leichtes festdrücken gesetzt hat, kann man schon leicht angießen.  Aufgepasst: wer sicher sein will, dass keine Fäulnis auftritt, wartet mit dem Gießen noch 1-2 Wochen. Weil die Pflanze erst neue Wurzeln bildet, bevor sie Wasser aufnehmen kann und  da das Umtopfen sowieso zum Ende der Ruhezeit fallen sollte, sollte mit dem Gießen nur sehr langsam und vorsichtig begonnen werden.


Eine kurze Zusammenfassung zum Umtopfen von Kakteen:
  • Neue Pflanzen sofort Umtopfen, und direkt auf Schädlingsbefall kontrollieren.
  • Der richtige Zeitpunkt für das Umtopfen ist Ende der Ruhezeit von Anfang März bis Mai. Danach setzt das Wachstum ein. Demnach vor oder auch direkt nach der Blüte.
  • Als unterste Schicht kommt ein Drainageschicht in den Topf.
  • Kakteen alle 2-3 Jahre Umtopfen. Außer: Schädlingsbefall im Substrat.
  • Beschädigte Wurzeln sollten erst abgetrocknet werden.
  • Bei großen Töpfen reicht es einen Teil der Erde gegen frisches Substrat auszutauschen.
  • Kakteen mit Rübenwurzeln benötigen tiefe und schmale Töpfe; Pflanzen mit sehr feinem Wurzelwerk wollen über flache breite Schalen
  • Sollte man vor der Blüte umtopfen, wartet man etwas mit dem Angießen, bis die Blütenknospen schön ausgebildet sind, sonst werden diese sich zurückbilden.